Kollegiale Führung verstehen

Kollegiale Führung.
Klar. Strukturiert. Wirksam.

Führung muss nicht von oben kommen. Kollegiale Führung verteilt Verantwortung auf alle, schafft klare Strukturen und macht Organisationen widerstandsfähiger.

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Das Grundprinzip

Was Kollegiale Führung wirklich bedeutet

Kollegiale Führung ist kein fixes System, das Du einführst. Es ist eine organisatorische Haltung, die im Alltag gelebt wird. Drei Prinzipien stehen dabei im Zentrum.

Dezentrale Entscheidungen

Entscheidungen werden dort getroffen, wo der Bedarf entsteht. Nicht oben in der Hierarchie. Das macht Organisationen schneller und näher am Markt.

Geteilte Verantwortung

Führungsarbeit ist auf alle Mitarbeitenden verteilt. Jede Person trägt Verantwortung im eigenen Zuständigkeitsbereich. Das stärkt Eigenverantwortung und Engagement.

Klare Strukturen

Kollegiale Führung bedeutet nicht Chaos. Klare Rollen, Kreisstrukturen und Prozesse schaffen Orientierung. Struktur und Agilität schliessen sich nicht aus.

Erkennungsmerkmale

Woran du kollegiale Führung erkennst

Diese Merkmale zeigen, ob Kollegiale Führung in einer Organisation wirklich gelebt wird. Klappe die Punkte auf, um mehr zu erfahren.

Radikale Dezentralität
Direkte Kommunikation zwischen den jeweils relevanten Personen. Keine langen Eskalationswege. Wer den Bedarf kennt, trifft die Entscheidung.
Wertschöpfungsmächtige Teams
Cross-funktionale Teams decken alle Funktionen und Disziplinen ab, die für die Wertschöpfungskette relevant sind. Kein Warten auf andere Abteilungen.
Funktionierende Teamgrössen (10/200)
Teams haben maximal 10 Mitglieder. Unternehmenseinheiten maximal 200. Diese Grössen sind kein Zufall: Sie ermöglichen echte Verbindung und direkte Kommunikation.
Absolute Eigenverantwortung
Gestaltungs- und Entscheidungsfreiheit im eigenen Zuständigkeitsbereich sind ein Grundprinzip. Wer Verantwortung trägt, kann auch gestalten.
Interne Transparenz
Je mehr Verantwortung geteilt wird, umso wichtiger ist es, dass alle gut informiert sind. Ohne Informationen funktioniert Selbstverwaltung nicht.
Agile Planung
In einem dynamischen Umfeld bringt langfristige Planung wenig Sicherheit. Schnelle Reaktionsfähigkeit ist wertvoller als detaillierte Jahrespläne.
Kollektive Erfolgsbeteiligung
Keine individuellen Boni oder leistungsbezogene Vergütung. Der Erfolg gehört allen. Das stärkt Zusammenarbeit statt internen Wettbewerb.
Kreisstrukturprinzip
Der Kreis symbolisiert Gleichwertigkeit und Verbindung. Er verhindert effektiv die Machtkonzentration auf wenige Personen. Ergänzung durch me&me.
Externe Referenz
Die Organisation orientiert sich zunehmend an der Frage, wo Nutzen für Kunden geschaffen wird. Nicht daran, was intern einfacher wäre. Ergänzung durch me&me.
Kein Zertifikat, kein Schwellenwert Im Gegensatz zur Holakratie gibt es bei Kollegialer Führung kein Zertifikat. Diese Merkmale sind Anhaltspunkte, keine Checkliste. Kollegiale Führung ist eine Haltung, keine Blaupause.
Hintergrund

Wie Kollegiale Führung entstanden ist

Kollegiale Führung ist keine Theorie aus dem Lehrbuch. Sie ist aus jahrelanger Praxis entstanden. Bernd Oestereich und Claudia Schröder haben ihr eigenes Unternehmen schrittweise in eine selbstgeführte Organisation verwandelt.

Die Geschichte hinter dem Modell

Bernd Oestereich und Claudia Schröder haben über viele Jahre die oose Genossenschaft in Hamburg in Richtung agile und selbstgeführte Organisation weiterentwickelt. Dabei haben sie Ideen aus ganz unterschiedlichen Denkrichtungen kombiniert.

Sie haben sich vertieft mit Holakratie und Soziokratie auseinandergesetzt und diese mit Werkzeugen aus dem agilen Arbeiten verbunden. Scrum, Kanban, Systemtheorie und reflektierte Praxis flossen zusammen. Das Ergebnis ist eine Synthese, die als moderne Alternative zur Pyramiden- oder Matrixorganisation zu verstehen ist.

Durch kontinuierliche Experimente über Jahre hinweg ist ein Erfahrungsschatz entstanden, der die oose GmbH zu einer selbstgesteuerten, lernenden und adaptiven Organisation hat reifen lassen. Am Ende haben beide erkannt: Das Unternehmen funktioniert auch ohne sie.

me&me hat eigene Erfahrungswerte in das zweite Buch «Agile Organisationsentwicklung» eingebracht, was mit einer Danksagung im Buch gewürdigt wurde.

Einflüsse und Quellen

Kollegiale Führung ist eine Synthese aus mehreren Denkrichtungen: soziokratische und holakratische Kreisorganisation, Netzwerkorganisation, Systemtheorie, systemische Organisationsentwicklung sowie reflektierte Praxis agiler Unternehmen.

Diese Vielfalt ist Stärke, keine Schwäche. Kollegiale Führung ist kein geschlossenes System mit Zertifikat, sondern ein offenes Modell, das sich an die jeweilige Organisation anpasst.

Das Buch zur Kollegialen Führung

Oestereich & Schröder haben ihr Wissen in zwei Büchern zusammengefasst. Kein Rezept, sondern Denkwerkzeuge für eine neue Art zu führen.

Kollegiale Führung
Oestereich & Schröder. Denkwerkzeuge für eine neue Art zu führen.
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Einordnung

Kollegiale Führung und Holakratie: Was ist der Unterschied?

Beide Modelle wollen Hierarchien aufbrechen und Eigenverantwortung stärken. Trotzdem unterscheiden sie sich in wichtigen Punkten. Klappe auf, um mehr zu erfahren.

Was haben beide gemeinsam?

Sowohl Holakratie als auch Kollegiale Führung sind moderne Führungssysteme, die Organisationen ermöglichen, schneller und effektiver auf ein komplexes Marktumfeld zu reagieren.

Beide verteilen Führungsarbeit auf viele Schultern, setzen auf klare Rollen statt auf Titel und fördern Eigenverantwortung. Beide sind als Alternative zur klassischen Pyramidenorganisation zu verstehen.

Was unterscheidet sie voneinander?
Merkmal Holakratie Kollegiale Führung
Zertifizierung Rechtlich geschützt, klare Kriterien Kein Zertifikat, offenes Modell
Flexibilität Klares Regelwerk (Verfassung) Anpassbar an die jeweilige Organisation
Einstieg Vollständige Einführung erforderlich Schrittweise Einführung möglich
Fokus Rollen und Governance-Prozesse Haltung, Prinzipien und Werkzeuge
Herkunft Brian Robertson, USA Oestereich & Schröder, Deutschland
Welches Modell passt zu euch?

Das hängt von deiner Organisation ab. Holakratie eignet sich für Organisationen, die ein klares, verbindliches Regelwerk wollen. Kollegiale Führung eignet sich für Organisationen, die schrittweise und angepasst an ihre Realität transformieren möchten.

me&me begleitet Organisationen auf dem Weg zur Kollegialen Führung. Wir helfen dir herauszufinden, welche Elemente zu deiner Organisation passen und wie der Einstieg gelingt.

Kollegiale Führung und KI

Kollegiale Führung war schon immer eine Antwort auf Komplexität

Klare Rollen, verteilte Verantwortung, Eigenverantwortung im Alltag. Genau diese Strukturen machen Organisationen heute widerstandsfähiger. KI stellt dieselben Fragen, die Kollegiale Führung schon lange stellt.

Frage 1
Wer trägt Verantwortung?

In kollegial geführten Organisationen ist das klar geregelt. Jede Rolle hat einen definierten Zuständigkeitsbereich. KI verändert das nicht, sie macht es sichtbarer.

Frage 2
Wer entscheidet was?

Dezentrale Entscheidungsstrukturen sind robuster gegenüber Automatisierung. Wer entscheiden kann, bleibt relevant. Wer nur ausführt, wird ersetzt.

Frage 3
Wie bleiben Menschen im Mittelpunkt?

Kollegiale Führung stellt den Menschen in den Mittelpunkt der Organisation. Das ist kein Widerspruch zu KI, sondern die Voraussetzung für einen sinnvollen Einsatz.

Dein Einstieg

Wie Du mit Kollegialer Führung startest

Drei Wege, um Kollegiale Führung kennenzulernen und in Deiner Organisation zu verankern.

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Seit 2016 begleiten wir Organisationen auf ihrer individuellen Transformationsreise. Wir helfen Dir herauszufinden, welche Elemente zu Deiner Organisation passen und wie der Weg gelingt.