Thanks God it’s Monday oder wie viele Menschen freuen sich auf Montagmorgen?

2019, als wir diesen Beitrag zuerst veröffentlichten, waren das Flüchtlingsdramen, Euro-Krise und Umweltverschmutzung. Heute sind es Corona-Nachwirkungen, Krieg in Europa, Klima, geopolitische Spannungen und eine KI, die schneller lernt als die meisten Organisationen.
Aus der Krise von damals ist der Dauerzustand von heute geworden. Das ändert etwas.
Das hat sich verändert seit 2019
Die Gallup-Zahlen, die wir damals zitierten, gelten weitgehend noch immer. Im Schnitt gehen kaum mehr als 2 von 10 Mitarbeitenden morgens mit echter Freude zur Arbeit. Was sich verändert hat, ist der Grund dafür.
2019 war der Montagmorgen vor allem ein Symptom für Unzufriedenheit. Für fehlende Loyalität, schwelende Konflikte, Dienst nach Vorschrift.
Heute kommt etwas Grundsätzlicheres dazu. Die meisten Menschen starten die Woche bereits mit einem halb leeren Frontalhirn-Akku. Der präfrontale Kortex, jener Teil des Gehirns, der für bewusste Entscheidungen, Selbststeuerung und verantwortungsvolles Handeln zuständig ist, braucht Energie. Dauer-Unsicherheit, Nachrichtenflut und permanente Veränderung zehren an dieser Energie bevor der Arbeitstag überhaupt begonnen hat. Wer mit einem Akku auf 15 Prozent in den Montag geht, hat für Freude, Gestaltung und Verantwortung schlicht keine Kapazität mehr. Das ist Biologie, kein Motivationsproblem.
Und was sich nicht verändert hat
Sprechen wir mit Menschen über ihre Arbeit, hören wir zunächst dasselbe wie vor sieben Jahren. Die Firma ist super. Das Team ist toll. Man macht das, was Chef möchte.
Bricht im persönlichen Gespräch die Fassade, sieht es schnell anders aus. Fehlende Loyalität. Spannungen zwischen Mitarbeitenden. Stress. Dienst nach Vorschrift. Und dazu ein neues Gefühl, das 2019 so noch nicht da war: das Gefühl, dass die Welt um einen herum immer unberechenbarer wird und man selbst immer weniger Einfluss hat.
Das frustriert. Und es kostet Energie, die dann am Montagmorgen schlicht fehlt.
Der Ausweg liegt noch immer in derselben Richtung
2019 schrieben wir: Wer erkannt hat, dass der Mensch und die menschliche Interaktion ein wesentlicher Faktor für den Unternehmenserfolg ist, ist den meisten einen Schritt voraus.
Das gilt heute mehr denn je. Gerade weil KI immer mehr Aufgaben übernimmt, gerade weil die Welt unsicherer wird, ist die Frage nicht, ob Organisationen sich verändern. Die Frage ist, ob sie diese Veränderung aktiv gestalten oder geschehen lassen. Was das konkret bedeutet, haben wir hier ausführlicher beschrieben.
Die Unternehmen, die wirklich anders arbeiten, haben verstanden, dass sie ihr wertvollstes Kapital nicht verwalten müssen, sondern stärken: die Menschen, die darin arbeiten. Und wer sich fragt, warum daraus nicht mehr gemacht wird, dem sei dieser Gedanke mitgegeben: Das eigentliche Problem ist selten der Fachkräftemangel.
Was dabei im Zentrum steht, ist unverändert und gleichzeitig drängender als 2019: Eigenverantwortung. Sie ist die Schlüsselkompetenz, die Menschen handlungsfähig hält, wenn die Umstände schwierig werden. Und sie lässt sich entwickeln, Schritt für Schritt, da wo man gerade steht. Mehr dazu in diesem Beitrag.
Zeit zu gestalten
Wenn wir diesen Beitrag in sieben Jahren nochmals aktualisieren, wünschen wir uns, dass die Durchhalteparolen im Radio seltener geworden sind. Weil mehr Menschen und Organisationen aufgehört haben zu warten und angefangen haben zu gestalten.
Für Führungskräfte, die jetzt anfangen wollen, gibt es dafür ein konkretes Angebot: In 8 Wochen zum ermächtigten Team. Und wer zuerst bei sich selbst investieren will, findet mit Eigenverantwortung stärken den richtigen Einstieg.
In diesem Sinne: Thanks God it’s Monday.
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